Versionsverlauf bei Cloud-Sync-Diensten im Vergleich

Cloud-Synchronisation ist kein Backup. Wer eine Datei versehentlich überschreibt oder löscht, ist auf den Versionsverlauf des Anbieters angewiesen. Die Aufbewahrungsfristen unterscheiden sich erheblich – und sind oft an den gebuchten Tarif gekoppelt. Dieser Vergleich listet die offiziell dokumentierten Werte (Stand Juni 2026) mit Quellenangabe.

Für die praktische Einrichtung der lokalen Synchronisation siehe Cloud-Synchronisation auf macOS einrichten. Warum auch der beste Versionsverlauf kein vollwertiges Backup ersetzt, beschreibt Die 3-2-1-Backupstrategie.

Kommerzielle Cloud-Dienste

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DienstTarifVersionsverlaufGelöschte Dateien

Dropbox koppelt die Aufbewahrungsdauer an den Tarif: 30 Tage in den Privatpaketen, 180 Tage in den klassischen Geschäfts­paketen, 365 Tage in den höheren Business-Stufen. Über die Dropbox-Funktion „Rewind" lassen sich einzelne Ordner oder das gesamte Konto auf einen früheren Zeitpunkt zurücksetzen – innerhalb derselben Frist.

Quelle: Dropbox-Hilfe – Übersicht zum Versionsverlauf

Google Drive entfernt eine Version automatisch, wenn sie älter als 30 Tage ist oder wenn 100 neuere Versionen existieren – je nachdem, was zuerst eintritt. Einzelne Versionen lassen sich per „Für immer behalten" von der automatischen Bereinigung ausnehmen. Gelöschte Dateien bleiben 30 Tage im Papierkorb.

Quelle: Google-Drive-Hilfe – Frühere Versionen

Persönliche OneDrive-Konten speichern bis zu 25 Versionen pro Datei und halten gelöschte Dateien 30 Tage im Papierkorb (bei vollem Papierkorb verkürzt auf 3 Tage). Geschäftskonten (OneDrive for Business, SharePoint) richten sich nach der Bibliothekskonfiguration – Standard sind 500 Versionen und 93 Tage Papierkorb, optional gefolgt von einem zweistufigen Site-Collection-Papierkorb.

Quelle: Microsoft Support – Restore a previous version

iCloud Drive bietet keinen Versionsverlauf für Dokumente. Wird eine Datei überschrieben, ist die ältere Fassung verloren. Gelöschte Dateien lassen sich 30 Tage über „Zuletzt gelöscht" auf iCloud.com wiederherstellen. Wer Versionsschutz benötigt, kommt um eine separate Backup-Lösung nicht herum.

Quelle: Apple Support – Gelöschte Dateien wiederherstellen

Free-Konten haben keinen Versionsverlauf und halten gelöschte Dateien 15 Tage. Kostenpflichtige Tarife (Premium, Premium Plus, Business) erlauben kontoweites Rewind über 30 Tage. Das kostenpflichtige Add-on „Extended File History" verlängert die Frist auf 365 Tage – jedoch ausdrücklich nicht rückwirkend.

Quelle: pCloud Help Center – File Recovery and History

Selbst gehostete Lösungen

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DienstBereitstellungVersionsverlaufGelöschte Dateien

Nextcloud speichert Versionen nach einem gestaffelten Schema: in der ersten Sekunde eine, in der ersten Minute alle 10 Sekunden, in der ersten Stunde minütlich, im ersten Tag stündlich, im ersten Monat täglich, danach wöchentlich. Insgesamt belegt die Versionsverwaltung höchstens 50 % des freien Speichers. Manuell benannte Versionen sind von der Bereinigung ausgenommen.

Quelle: Nextcloud Docs – Version control

ownCloud behält im Standard alle Versionen mindestens 10 Tage, danach greifen Verfallsregeln. Das Versions-App belegt höchstens 50 % des freien Benutzerspeichers. Als „Major Versions" markierte Stände sind dauerhaft geschützt. Alle Werte sind admin-seitig konfigurierbar.

Quelle: ownCloud Admin Manual – File Versioning

Seafile speichert Versionen auf Block-Ebene mit Deduplizierung – inhaltlich identische Blöcke werden nicht doppelt abgelegt. Jede Bibliothek (Library) erhält ein eigenes History-Limit; ohne Limit bleiben alle Versionen erhalten. Gelöschte Bibliotheken landen zuerst in einem Admin-Papierkorb, bevor die Garbage Collection ihre Blöcke freigibt.

Quelle: Seafile Manual – Garbage Collection

Synology Drive speichert pro Datei bis zu 32 Versionen. Wird das Limit erreicht und ist „Intelliversioning" aktiviert, entfernt der Algorithmus die Version mit den geringsten Änderungen, statt einfach die älteste zu löschen. Die maximale Versionsanzahl und der Recycle Bin sind über die Synology Drive Admin Console steuerbar.

Quelle: Synology Knowledge Center – Drive Admin Console

Zum Vergleich: macOS-Bordmittel

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WerkzeugBereitstellungVersionsverlaufGelöschte Dateien

Time Machine ist kein Sync-Dienst, sondern das in macOS integrierte lokale Backup. Wichtig: Die Versionierung greift nur im Stundenraster. Wer eine Datei innerhalb derselben Stunde mehrfach speichert, findet später nur den Stand zum Snapshot-Zeitpunkt – Cloud-Dienste wie Dropbox oder Google Drive legen dagegen bei jeder Speicheraktion eine eigene Version an.

Quelle: Apple Support – Time Machine auf dem Mac verwenden

Hinweis: Die Zahlen gelten ab dem Zeitpunkt der Aktivierung des jeweiligen Tarifs bzw. Add-ons. pCloud betont explizit, dass die Extended File History nicht rückwirkend gilt.

Versionsverlauf ist kein Backup

Selbst 365 Tage Aufbewahrung schützen nicht vor allen Szenarien: Ein kompromittiertes Konto, ein Anbieterausfall oder die fristlose Kündigung des Zugangs hebeln jeden Cloud-Versionsverlauf aus. Für echte Datensicherheit braucht es eine zweite, vom Cloud-Konto unabhängige Sicherung – idealerweise nach der 3-2-1-Backupstrategie.

Auf einen Blick

Längste Frist ohne Aufpreis

Dropbox Professional / Business Standard: 180 Tage Versionsverlauf inklusive.

Längste Frist überhaupt

365 Tage – bei Dropbox Business Plus / Advanced / Enterprise und bei pCloud mit Extended File History.

Kein Versionsverlauf

iCloud Drive und pCloud Free – Überschreibungen sind endgültig.

Kontoweites Rewind

Dropbox Rewind und pCloud Rewind setzen ganze Ordner oder das gesamte Konto auf einen Zeitpunkt zurück.

Selbst gehostet

Nextcloud, ownCloud, Seafile und Synology Drive überlassen Aufbewahrung und Limits dem Administrator.

Stand der Daten

Juni 2026. Anbieter ändern Tarife und Limits gelegentlich – im Zweifel die verlinkten Quellen prüfen.