Was ist PEPPOL?

PEPPOL (Pan-European Public Procurement OnLine) ist ein internationales Netzwerk für den elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten. Ursprünglich für die öffentliche Beschaffung in Europa entwickelt, wird PEPPOL heute weltweit von Unternehmen und Behörden genutzt.

Wie funktioniert PEPPOL?

PEPPOL funktioniert wie ein E-Mail-System für Geschäftsdokumente. Statt Rechnungen per E-Mail, Post oder Fax zu versenden, werden sie über das PEPPOL-Netzwerk übermittelt – strukturiert, sicher und maschinenlesbar.

Jeder Teilnehmer hat eine eindeutige PEPPOL-ID, die wie eine E-Mail-Adresse funktioniert. Dokumente werden über zertifizierte Access Points verschickt, die die technische Anbindung ans Netzwerk übernehmen.

Vorteile von PEPPOL

Sichere Übertragung: Im Gegensatz zu E-Mail werden Dokumente verschlüsselt über zertifizierte Access Points übermittelt. Am Transport sind nur nach strengen Vorgaben zertifizierte Anbieter beteiligt, und jede Zustellung wird dokumentiert.

Internationale Reichweite: PEPPOL verbindet Unternehmen in über 40 Ländern – von Europa bis Australien und Singapur.

Rechtssicherheit: Das Netzwerk erfüllt gesetzliche Anforderungen für elektronische Rechnungen in vielen Ländern.

Sicherer als klassische E-Mail

Klassische E-Mail PEPPOL
Vertraulichkeit unterwegs Kann mitgelesen werden Durchgängig verschlüsselt
Echtheit des Absenders Phishing & Spoofing möglich Nur zertifizierte Anbieter
Zustellung Keine Bestätigung, kann verloren gehen Bestätigt und nachverfolgbar
Protokollierung Kein verlässlicher Nachweis Jeder Schritt wird protokolliert
Format Beliebig, fehleranfällig Geprüftes Standardformat

Die PEPPOL-ID

Jeder Teilnehmer im PEPPOL-Netzwerk wird über eine eindeutige Kennung identifiziert. Diese PEPPOL-ID setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

:

Schema-ID: Präfix, das die Art der Kennung angibt.

Teilnehmer-ID: Die eigentliche Identifikationsnummer des Unternehmens.

PEPPOL in der Praxis

In vielen europäischen Ländern ist PEPPOL bereits Standard für die Rechnungsstellung an öffentliche Auftraggeber. Belgien führt ab 2026 eine PEPPOL-Pflicht auch für B2B-Transaktionen ein.

Um PEPPOL zu nutzen, benötigen Sie einen zertifizierten Access Point. In GrandTotal ist die Integration mit e-invoice.be und recommand.eu verfügbar – zwei belgische PEPPOL Access Points.

Kein zentrales Überwachungssystem

PEPPOL ist ein dezentrales Transportnetz: Dokumente laufen direkt vom Access Point des Absenders zum Access Point des Empfängers – ähnlich wie eine E-Mail zwischen zwei E-Mail-Anbietern, nur durchgängig verschlüsselt, sodass unterwegs niemand mitlesen kann. Es gibt keine zentrale Stelle, die alle Rechnungen sammelt oder mitliest – anders als bei staatlichen Clearance-Systemen, bei denen jede Rechnung zuerst durch eine Behörde läuft.

Die beteiligten Access Points verarbeiten die Dokumente technisch, sind aber vertraglich an das PEPPOL-Regelwerk und den Datenschutz gebunden.

PEPPOL vs. PEPPOL BIS

PEPPOL bezeichnet das Netzwerk selbst – die technische Infrastruktur mit Access Points und Identifikationssystem.

PEPPOL BIS (Business Interoperability Specifications) sind die standardisierten Geschäftsprozesse und Dokumentformate, die über PEPPOL ausgetauscht werden. BIS 3.0 definiert zum Beispiel, wie eine Rechnung im UBL-Format (Universal Business Language) strukturiert sein muss – einem XML-Standard für elektronische Geschäftsdokumente.

PEPPOL im Überblick

Internationales Netzwerk

Über 40 Länder weltweit sind verbunden

Eindeutige Identifikation

Jeder Teilnehmer hat eine PEPPOL-ID

Zertifizierte Access Points

Sichere Anbindung ans Netzwerk

Strukturierte Daten

Maschinenlesbare Rechnungsformate

Automatische Verarbeitung

Direkte Integration in Buchhaltungssysteme

Gesetzeskonform

Erfüllt nationale E-Rechnungs-Vorschriften